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IPv4-Adressen gehen schneller zu Ende als gedacht

Wie aus aktuellen Berichten der Internet Assigned Numbers Authority hervor geht, stehen derzeit nur noch rund 400 Millionen IPv4-Adressen zur Verteilung bereit. Sind diese aufgebraucht ist der Pool erschöpft und Unternehmen und Nutzer müssen auf die längeren IPv6-Adressblöcke zurückgreifen, auf die derzeit noch kaum ein Nutzer oder Unternehmen vorbereitet ist.

Bei diesen Berichten betont die Internet Assigned Numbers Authority, dass sich der Zeitraum, über den noch IPv4-Adressen zur Verfügung stehen derzeit sehr schwer einschätzen lässt. Voraussichtlich sollen diese noch bis ins Jahr 2013 reichen, was sich jedoch bereits dann drastisch ändern könnte, wenn einige große Unternehmen ihren Bedarf an Adressblöcken anmelden, was nach Angaben der Verantwortlichen jederzeit der Fall sein könnte.

Da sich derzeit keine Bereitschaft in den Unternehmen abzeichne, sich auf die Veränderungen auf dem Internet-Adressmarkt vorzubereiten regte der zuständige Chefwissenschaftler der asiatisch-pazifischen Adressverwaltung, Geoff Houston, an, von staatlicher Seite in den Markt einzugreifen und die Kosten für Hardware und Netzanpassungen steuerlich zu subventionieren. So sollen nach seinen Angaben ein Engpass und technische Probleme in diesem Bereich vermieden werden. Hierbei betonte er, dass sich bereits derzeit anzeichne, dass der Markt selbst nicht in der Lage sei, sich der Situation anzupassen.

Dieser Aussage tritt Constanze Bürger vom Bundesinnenministerium jedoch entschieden entgegen. Sie betont, dass ähnliche Subventionierungen bei vergleichbaren Projekten in der Vergangenheit keinerlei erfolge brachten, weshalb sie diese als sinnlos erachtet. Derzeit kann sie nach eigenen Aussagen noch keine Bereitschaft des Marktes für die Einführung der neuen und längeren IP-Adressen erkennen.

Dies bestätigt sich auch durch die Tatsache, dass selbst der Ausbau des IPv6-fähigen Netzes der Bundesregierung nur sehr langsam voran gehe. Hier liegen die Probleme jedoch nicht vorrangig in den technischen Bereichen. Eher bremsen Abstimmungsprobleme zwischen den einzelnen Ländern, Kommunen und dem Innenministerium die Arbeiten aus. Hierbei müssten vor allem die Kommunen zuerst von einem zentral beim Innenministerium verwalteten Netz überzeugt werden, nachdem sie diese Aufgaben bisher selbst übernommen hatten. Um den Ausbau des IPv6-fähigen Netzes trotzdem voran zu treiben will nun vor allem der CIO der Bundesregierung, Hans Bernhard Beus, mit gutem Beispiel voran gehen, indem er dafür sorgt, dass seine eigene Website IPv6-fähig gemacht wird. Er hofft so, einen Anreiz für Unternehmen und Behörden zu bieten, welcher den Ausbau vorantreiben soll.


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