Vorteile und Andwendungsgebiete von Virtualisierung
Der Begriff Virtualisierung stammt aus der Informatik und beschreibt allgemein die Nachbildung realer Objekte im Computer. Solche Nachbildungen werden auch Emulationen genannt.
Gegenwärtig wird dieser Begriff hauptsächlich in Bezug auf Servercomputer genutzt. An Stelle real existierender Server treten dabei virtuelle Server, die auf einer leistungsfähigen Hardware simuliert werden. Der Kunde eines Anbieters virtueller Server erwirbt also das Nutzungsrecht eines Teils der vom Anbieter betriebenen Hardware. Um die Nutzung dieser Hardwareressourcen auf bekannte Weise zu ermöglichen, stellen sich diese dem Kunden gegenüber als eigener Server dar, mit dem er im Idealfall genau so arbeiten kann, als handele es sich um einen realen physikalischen Server. Die Vorteile dieses Verfahrens liegen in der Skalierbarkeit und der effektiveren Nutzung der Hardware.
Skalierbarkeit bedeutet, dass diesem virtuellen Server Hardwareressourcen frei zugeordnet werden können. Ressourcen wie Prozessorleistung, Arbeitsspeicher oder auch Festplatten-Speicherplatz können vom Provider nach Bedarf zugewiesen werden. Effektiver wird die Nutzung dadurch, dass sich viele Kunden einen realen Server teilen, auf dem ihre virtuellen Server emuliert werden. Nicht alle diese virtuellen Server laufen während der gesamten Zeit mit maximaler Belastung, zeitweise nicht benötigte Ressourcen können dann anderen virtuellen Servern zugeordnet werden.
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht bietet die Virtualisierung von Servern erhebliche Kostenvorteile. Viele Kosten, die beim Betrieb jedes realen Servers anfallen, fallen bei einer großen Zahl virtueller Server auf einem realen Server nur einmalig an. Beispiele sind der erforderliche Virenschutz oder auch die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen gegen unbefugte Zugriffe auf den Server.
Mittels moderner Rechner und Kommunikationstechnologie lassen sich auch Objekte und Vorgänge virtualisieren, die mit IT zunächst nichts zu tun haben. Beispielsweise können virtuelle Büros eingerichtet werden, mit denen Mitarbeiter zu hause genau so arbeiten können, als befänden sie sich am Arbeitsplatz. Dies geht weit über die klassische Telearbeit hinaus, die deutlich weniger flexibel war. Telefone lassen sich zu virtuellen TK-Anlagen zusammenfassen, in denen alle Funktionen einer klassischen Telefonanlage zur Verfügung stehen. In virtuellen Konferenzräumen können sich Besprechungsteilnehmer
zusammenfinden, die über die gesamte Welt verteilt sind. Dabei können sie sich nicht nur sehen und hören, sondern auch ein Dokument „über den Tisch reichen“.
